Wenn ich einen VW Fanatiker nennen müsste, würde mir der Name Alexander Schoder als Erstes in den Sinn kommen. Ob Daily, Schönwetter- oder Arbeitsauto, VW ist muss. Der Vollblutmaurer würde bestimmt seinen Job kündigen, wenn sein Chef den Crafter gegen ein Fabrikat außerhalb des VAG Konzerns tauschen würde. Ironischerweise traf ich ihn das erste Mal hinterm Lenkrad eines E30 Coupes. Ich war mit einem Kumpel im Auto unterwegs, als vor uns ein champagner farbener BMW eine 180 Grad Drehung gemacht hatte. „Ja seeeeervas, was geht?“, tönte es aus dem schrottigen Dreier. Es war sein Winterauto, im Sommer habe er einen Golf 2 Fire ’n‘ Ice hieß es.

Im Sommer darauf, hatte er sich als Daily einen schwarzen Mark Vier Sport Edition zugelegt. 1,9er TDI mit 130 PS, sparsam und spritzig, wobei das „Spritzig“ nicht lange genug reichen sollte. Weil er vom Fire ’n‘ Ice mehr Power gewohnt war, sollte es beim Golf auch eine kleine Leistungskur geben, es ging zu MTM nach Wettstetten. Mit fast 180 PS leistete sein Golf dann so viel wie mein damaliger A3 mit MTM Paket, woraufhin wir dann immer wieder versuchten die Ein oder Andere Wurstsemmel gegeneinander rauszufahren.

Mit der Leistung angefangen, verlangte das Auto anschließend nach einem Fahrwerk, Weitec Gewinde sollte es werden, man war ja noch vernünftig. Unterwegs in den Foren, wuchsen die Ansprüche auch in Sachen Optik. Da Plug and Play nicht ganz sein Ding ist, ließ er den Halbmond der Motorhaube begradigen, tauschte den Grill gegen einen ohne Emblem und erfüllte sich einen kleinen Traum in Form eines griff- und emblemfreien Entenbürzels – so nennen G4 Insider eine zur Stoßstange hin verlängerte Heckklappe. Doch konnte er sich nicht dauerhaft an der neuen Optik erfreuen, ein Wildschaden kam Ihm in die Quere.

Gezwungen sich eine neue Front anzuschaffen, schaute er gleich nach einer Anderen und fand eine cleane Stoßstange mit integriertem Audi A6 Lüftungsgitter. Aber wie gesagt, kein Plug n Play. Der Wildschaden sollte das Auto als Thema begleiten, weshalb ein Einlassloch für den Ladeluftkühler in Form eines Einschlags geschnitten und geairbrushed wurde. Dazu kamen tiefere Schweller und eine tiefergezogene, cleane Heckstoßstange in die Würfel integriert wurden. Alex passte die Front jedoch nicht, sie basierte auf der Originalen und war nicht tief genug. Er holte sich eine tiefergehende Schürze und begann mit dem Spiel von vorn, schneiden und airbrushen – alles in Eigenregie.

Zusätzlich sollte es auch an den Innenraum gehen. Ein Anruf beim Kumpel und Fastnachbarn, als auch Namensvettern ging ein. Da dieser nicht wie Schoder, an sein Handy ging und auch auf Nachrichten zurückschrieb, ging es am nächsten Tag mit dem Hänger spontan nach Berlin, schnell eine schwarze R32 Lederausstattung holen. Nach 3 Schachteln HB (ja so rechnet der Ketten-HB-raucher), also in etwa 14h waren sie wieder zurück.

Doch bevor das neue Gestühl seinen neuen Platz finden sollte, wurde noch der Himmel, Griffe, Gurthalter und so ziemlich alles schwarz, nicht mal das Spiegelglas wurde verschont. Und da zu einem vollen Programm auch neue Felgen nicht fehlen durften, wurden welche in den USA bestellt, jedoch weiß keiner mehr wie die Marke eigentlich hieß – hahaha.

Nach der Wörtherseetour 2012 ist Alex bewusst geworden, dass diese ganze Themen-Custom-Geschichte nichts für Ihn ist. „Ich muss die Karre umbauen“, sagte er mir. Hier war er nicht allein, denn zuvor waren wir ein paar Nächte bei ihm und dippten meinen A6 in einem Schnee-Camo Style. Mir war auch klar, dass sowas nicht meine Person wiederspiegeln kann.

Bis zum Frühjahr 2013 gabs dann in Schoders Worten „die Bereinigung der Scheiße“. Beim hiesigen VW/Audi Autohaus wurden kurz mal OEM Teile im vierstelligen Preisbereich geordert, US und Japan Spec Teile waren gern gesehen. Am Heck musste er wieder ran, der V6 Heckansatz hatte keine ESD Aussparung, jedoch aber welche fürs PDC, die dann aber schnell vom Schoder gecleant wurden. Es kam wieder ein Grill mit Emblem rein, jedoch ohne Halbmond in der Haube.

 „Ich habe meinen weißen 4er daneben gestellt, um dann gemeinsam mit Alex auf den Grill zu starren, weil es rein optisch nicht möglich war, mit Emblem aber ohne Halbmond“.

Und wie krönt man einen US Umbau? Genau, man bekommt beim LRA eine kurze Platte – ND:G4, äußerst beneidenswert.

Nachdem die 19 Zoll US Felgen verkauft waren, sollten es 18 Zöller werden. Erstmal was günstiges als Übergang. Landrover Mondials aus UK wurden bestellt. Dies stellte sich ohne Sonderanfertigung komplizierter raus, als man gedacht hatte. Da Schoder umbedingt die originalen Landrover Monstermuttern verwenden wollte und auch noch relativ breite, wurden die vorderen Adapter zwei- und die Hinteren dreiteilig(!) – das Ergebnis war ET0. Passend zu den kleineren Felgen, musste die Karosse weiter runter. Dies erforderte ein paar Anpassungen am Auto und Fahrwerk, was aber jedem G4 Fahrer bekannt sein dürfte. Der Stance war der Hammer, R.I.P. ÖLWANNE 1.

Nun wurde es Zeit für 3 Teiler. Schoder lief ein Bild von Volk C Ultra übern weg, die mussten es sein. In 18 Zoll eigentlich unmöglich, fand er genau zwei ältere Inserate auf sonst welchen Seiten. Das eine Angebot war aus Tschechien und das Andere aus Australien. Wie es so läuft, war die tschechische Variante natürlich schon lang verkauft, doch beim Aussie hatte er Glück. Verfügt er kaum über Englischkenntnisse, griff er geistesgegenwärtig zum Handy und rief kurz in Australien an. Muss ca -100 Uhr in der Früh gewesen sein drüben, aber der Mate meinte, dass sie noch da wären. Gesagt, gekauft. Wer macht sowas?

Durch den jetzt deutlich sportlicheren Look des Wagens, sollte noch ein Käfig rein. Einbautipps kamen von Felix Beranek. Als kleiner Endjoke, bekam der Wagen noch ein Nascar Fahrernetz spendiert.

Gegen Ende der Saison, verabschiedete sich dann die zweite Ölwanne bei einer raschen Bewegungsfahrt, weswegen wir das Auto zum Shooting schleppen mussten. Da bei diesem Mal der Turbolader in Mitleidenschaft gezogen wurde, steht als Nächstes ein weiterer Leistungszuwachs an. Ich kann es nicht erwarten, dieses Ding wieder auf den Straßen zu sehen.

 

Motor:

MTM Chip, Abdeckungen schwarz lackiert

 

Innenraum:

Alcantarahimmel, alle Anbauteile glanzschwarz lackiert, Passat W8 Holzlenkrad, R32 Lederausstattung, Rückspiegel getönt, Nascar Netz, Bora Lüftungsgitter, Wiechers Überrollbügel

 

Karosserie:

V6 Front, US Leiste mit SML an Euro Stoßstange, Motorhaube ohne Halbmond, originale R32 Scheinwerfer, originale Jubi Schweller, Wavegriffe,  R32 Dachkantenspoiler, Entenbürzelheckklappe, Golf 4 Hartzer Rückleuchten rot/orange, US Heck, V6 Ansatz PDC gecleant, Diesel Endrohre Edelstahl 2x65mm Eigenbau 



Räder: 

VolkRacing C-Ultra 9,5×18 effektive ET-5, 215/35er Reifen, Lugnuts Slimline NeoChrome


Fahrwerk:

Weitec Gewindefahrwerk (Vorspannfedern, Originalbegrenzer und Verstellringe entfernt), 1,5 Grad Sturz, geänderter Stabi, geänderte Koppelstangen, kurze Antriebswelle