„Tief – Breit – Laut – Assi“ – das Image des 3er BMW der End-Neunziger, in welcher Modellreihe sich bei genauerem Hinschauen nur die wenigsten als wirklich clean etablieren konnten. Kommt Zeit, kommt Rat und so kam nach dem E46 die lang ersehnte neue E9X Modellreihe. Wieder einmal im BMW-typischen Stil: Schmale Achsen für weniger Offset.

2012 wurde dann der Wagen, der 2014 allen den Kopf auf Messen und Shows verdrehen sollte, angefangen umgebaut zu werden. Ein E91 Touring sollte es sein, welcher in den Brüder Seferi Hallen zum Umbau vorbereitet wurde. Buni und sein älterer Bruder Bekim, die Inhaber von „BS-Carstyling“ vereinen in zwei Personen das komplette Regime: Lackierer, Mechatroniker und Karosseriebauer. Zusammen bauten sie ihre eigenen Fahrzeuge anfänglich privat um. Nach und nach wurden sie von Leuten und potentiellen Kunden angesprochen, ob sie nicht auch ihre Autos umbauen könnten. So entschlossen sie sich 2009, neben dem Hauptberuf des Autohandels zusätzlich dem zweiten Standbein, dem Tuning zu widmen; welches sich drei Jahre später dann als Haupttätigkeit durchsetzte.

Die Welt ist groß und so wollten sie auch außerhalb der Schweiz zeigen, was sie können. Der E91 Touring hatte die perfekte Basis: 335D, geringe Laufleistung und eine sehr gute Ausstattung. Der Radikalumbau fing so wie vieles an: Mit einer Vision! Die Vorstellung einen Diesel M3 Touring ins Leben zu rufen. Kurzerhand ging man mit dem Plan im Kopf auf Teilejagd. Verglichen mit dem E92 ist die Front des E91 kürzer. So wurde die Front um insgesamt 11cm verlängert, damit die Ästhetik der Formgebung beibehalten werden konnte. Am Heck wurden die Seitenwände um 1cm nach oben versetzt – „radiused“ und um 4cm verbreitert, um die aus 3(!) originalen Stoßstangen eigens gebaute, fertige M3-E91 Stoßstange perfekt zu montieren. Das Dach wurde ebenfalls in Eigenregie von der Dachreling befreit und wie beim M3 in Carbon laminiert. Wir sprechen hier von OEM Plus der Oberklasse. Die schwarz lackierten Scheinwerfer oder Carbonflaps sind hingegen „unauffällige“ Add-ons.

Die ersten Bilder des anfangs schwarzen BMW’s, waren am Wörthersee 2013 zu sehen. Hier erinnert sich Matt an den Erstkontakt, als der „Mafia Kombi“ neben Ihm hielt und einer der Insassen nach seinem Luftfahrwerk fragte.

Während dem Umbaus des 3ers, lernten die Brüder das neue „Familienmitglied“ Roland aus Österreich kennen, welcher als Spengler und Fahrwerksspezialist seinen festen Platz im Team BSC eingenommen hat. Zufälligerweise kannte er die Geschäftsführung vom Airride Hersteller HP-Drivetech, welcher nun einer der Geschäftspartner von ihnen wurde. Es dauerte nicht lange und der E91 bekam ein solches Setup.

Das erste mal live, sah ich den BMW am Wörthersee 2014. Anfangs verwundert: „Ist das der schwarze? Nur mit mehr Swag?“ Denn der Wagen war nun rot, tiefer, gefitted und auf Mehrteilern. Leider traf ich Buni nicht an und so fragte ich in der Crew ob es DAS Fahrzeug sei. BINGO!

Nach kurzem Messaging mit ihm war mir klar, er lebt „Fitment“.

„Es sei der Weg eines Bosses“, ist die Antwort auf die Frage, warum er breite Autos bevorzugt.

Er teilte mir mit, dass er sich für ein Meet in Polen, dem Raceism Stancefest, sich Messer-Sterne (ME06) in der Bemaßung seiner BBS RS 302 bauen lassen hat, um sie auf 18 Zoll zu slanten. Ich war geschockt, noch mehr geschockt als ich die viralen Bilder im Netz sah. Fuck, ich konnte an dem Wochenende nicht hin! Er legte das Internet an jenem Wochenende lahm. Ein BMW, wie man ihn sich vorstellen kann, nur besser. Das war zumindest meine Intention von seinem Kombi. „#1“ der Titel, den er am Raceism entgegennahm, verdient.

Kurz darauf schickte er mir ein Bild von seinen neu aufgebauten BBS RS mit dem Text „Game Over“. Kurze Formel: Breitere Betten + silberner Stern + Gold Hardware und Hex + negative Flatcaps = Game Over. (Zieht euch die Maße in der Speclist rein!)

Viele gehen ja auf die Essener Motorshow um die „Innovationen“ der Automobilhersteller und der „Tuning“-Firmen zu bestaunen. Dieses Jahr war es schlichtweg ein Pilgerort zu Buni´s BMW. Jeder blieb davor stehen, jeder fotografierte und träumte, gar verliebte sich in den Wagen. Meiner-einer wollte nur an den perfekt gefitteten BBS RS lecken.

Schon lange wollte ich diesen Wagen fotografieren, jedoch ist es uns nie gelungen einen Termin zu finden. Beim Schreibverkehr, fiel mir sofort auf, dass er anders ist: am Boden geblieben, tiefenentspannt. Kurz vor dem Verkauf der Messer musste ich den Weg dann auf mich nehmen und fuhr mit Matt und seinem Fizza ins kalte, schöne Basel. Wir trafen uns bei Cem von DB Tuning (dazu später mehr) und machten uns auf zum Shoot mit den zwei BMWs im Gepäck. 

 

Motor:

335D, Wagner Ladeluftkühler, Borg Warner Turbos, bearbeitete Drosselklappen, Novidem Softwareoptimierung, Abgasanlage ab Turbo mit Klappensteuerung, spezial Kat von Sportkat.ch, 409 PS / 860 Nm

 

Innenraum:
Kofferraum-Hardlinesausbau

 

Fahrwerk:

HP Drivetech Luftfahrwerk, Stossdämpfer 3cm gekürzt, Unibal-Domlager, Accuair E-Level

 

Karosserie:
M3 Optik Umbau mit Originalteilen, Stoßstange mit M-Performance Carbon Flaps, schwarz lackierte Scheinwerfer, BMW Embleme vorn und hinten gecleant, Radkästen bearbeitet, Dachreling entfernt, Dach inklusive Antenne und Spoiler mit Carbon laminiert, Seitenwände an der Hinterachse 1cm nach oben und 4cm in die breite gezogen, Heckscheibenwischer entfernt, Heck auf Facelift umgebaut, M3 Seitenspiegel, in VW’s Tornado rot in einer abgetönten Variante lackiert

 

Felgen:

BBS RS 302 mit Slantlips von 17 auf 18 Zoll konvertiert, goldene Schrauben
10×18+6, 12×18+0